Tarragona war Tárraco, die erste und wichtigste römische Stadt der Iberischen Halbinsel, Hauptstadt der gesamten Hispania Citerior. Zweitausend Jahre später ist diese Vergangenheit noch überall: ein Amphitheater am Meer, ein Zirkus unter den Häusern, zyklopische Mauern und zwischen mittelalterlichen Gassen versteckte Foren. Ihr archäologisches Ensemble ist seit 2000 UNESCO-Welterbe.
Dieser Guide bündelt die Highlights — das Amphitheater, den Zirkus, die Mauern, die Kathedrale und das Aquädukt — sowie das lebendigere Tarragona der Castells und des Meeres. Und um die Stadt in deinem eigenen Tempo zu erkunden, findest du am Ende die Audioguides lokaler Guides.
Auf einen Blick
- Stadt
- Das antike Tárraco, Hauptstadt des römischen Hispanien
- UNESCO-Welterbe
- Das archäologische Ensemble von Tárraco, seit 2000
- Ein Muss
- Das römische Amphitheater über dem Meer
- Lebendige Tradition
- Die Castells (Menschentürme), UNESCO-Erbe
- Großes Fest
- Santa Tecla, im September
- Anreise
- Zug ab Barcelona (~1h15)
Die Highlights Tarragonas
Vom Amphitheater bis zum Aquädukt: die sechs Dinge, die du nicht verpassen solltest, und wie du sie unterbringst.
Das römische Amphitheater am Meer
Es ist das berühmteste Bild Tarragonas: ein römisches Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert, in den Hang gegraben, mit den Rängen direkt zum Mittelmeer hin. Hier kämpften einst Gladiatoren und wilde Tiere vor Tausenden von Zuschauern, und noch heute findet man kaum Ruinen mit einer schöneren Aussicht.
In der Mitte der Arena sieht man die Reste einer westgotischen Basilika und einer mittelalterlichen Kirche, errichtet zum Gedenken an das Martyrium des heiligen Fructuosus, der hier im Jahr 259 verbrannt wurde. Ein und derselbe Ort mit tausend Jahren Geschichte in Schichten.
- Die Ränge am Meer: In den Fels gehauen mit Blick aufs Mittelmeer; das Amphitheater mit der schönsten Aussicht, die dir bleibt.
- Die Arena: Wo die Gladiatoren kämpften; in ihrer Mitte die Ruinen der späteren Kirchen.
- Das Martyrium des heiligen Fructuosus: Der Bischof von Tárraco, hier im Jahr 259 verbrannt; die Kirchen gedenken seiner.
Tipp: Man sieht es gut vom Balcó del Mediterrani, aber es lohnt sich hineinzugehen, um in die Arena hinabzusteigen.
Erkunde es mit einem AudioguideDer Zirkus und der Pretori: Wagenrennen unter der Stadt
Der römische Zirkus von Tarragona, wo die Wagenrennen ausgetragen wurden, ist einer der besterhaltenen des Westens und hat etwas Ungewöhnliches: ein großer Teil liegt noch unter den Häusern der Stadt, mit Gewölben und Galerien, die man unter der Altstadt durchwandert.
Neben dem Zirkus erhebt sich die Torre del Pretori, ein römisches Gebäude, das später zum mittelalterlichen Palast wurde. Von ihrer Dachterrasse überblickt man auf einen Blick den Zirkus, das Meer und die Dächer der Part Alta: der beste Aussichtspunkt, um das römische Tárraco zu begreifen.
- Die Gewölbe des Zirkus: Unter den Häusern erhaltene römische Galerien; man geht im Inneren des Monuments.
- Die Torre del Pretori: Römisches Gebäude, dann Palast; heute Museum, mit Panorama-Dachterrasse.
- Der Blick von oben: Der Zirkus, das Meer und die mittelalterlichen Dächer auf einen Blick.
Tipp: Das Ticket ist meist kombiniert (Zirkus + Pretori); hebe dir den Aufstieg zur Dachterrasse für den Schluss auf.
Entdecke ihn mit einem AudioguideDie Stadtmauern und der Passeig Arqueològic
Die römischen Mauern von Tarragona sind die älteste erhaltene römische Konstruktion außerhalb Italiens, aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. An ihrer Basis sieht man noch riesige zyklopische Steinblöcke, so groß, dass die Legende sie einst Riesen zuschrieb.
Der Passeig Arqueològic verläuft an der Außenseite der Mauer entlang eines ruhigen, begrünten Wegs, zwischen Türmen, Kanonen aus anderen Epochen und Blicken auf das Umland. Es ist einer der angenehmsten Winkel für einen gemächlichen Spaziergang.
- Die zyklopischen Blöcke: Riesige Steine am Fuß der Mauer, über 2.000 Jahre alt.
- Der Passeig Arqueològic: Ein begrünter Weg zwischen der römischen Mauer und der späteren Verteidigungslinie.
- Die Türme: Die Torre de Minerva trägt die älteste römische Inschrift der Halbinsel.
Tipp: Es ist ein schattiger Spaziergang; ein guter Plan für die heißesten Stunden um die Mittagszeit.
Die Part Alta und die Kathedrale
Die Part Alta ist die Altstadt von Tarragona: ein Labyrinth mittelalterlicher Gassen, errichtet über dem einstigen römischen Provinzforum, mit versteckten Plätzen, Adelshäusern und schönen Terrassen. Man durchstreift sie ziellos und lässt sich treiben.
Ganz oben steht die Kathedrale, gotisch und romanisch zugleich, erbaut über dem großen, Augustus geweihten römischen Tempel. Ihre Fassade, ihr Kreuzgang und die Stille ihrer Kapellen sind das i-Tüpfelchen der Altstadt.
- Die Kathedrale: Über dem römischen Augustustempel; eine Mischung aus Romanik und Gotik, mit wunderschönem Kreuzgang.
- Plaça del Fòrum und Winkel: Mittelalterliche Plätze über dem alten Provinzforum, heute voller Terrassen.
- Der Balcó del Mediterrani: Der Balkon über dem Meer am Ende der Rambla Nova; die Tradition, am Geländer 'Eisen zu berühren'.
Tipp: Verlier den Stadtplan in der Part Alta: sie ist klein, und du landest immer an einem Platz oder an der Kathedrale.
Das Aquädukt und die römische Umgebung
Vor den Toren der Stadt überquert das Ferreres-Aquädukt — besser bekannt als Pont del Diable (Teufelsbrücke) — ein Tal mit zwei Etagen aus goldenen Steinbögen. Es brachte das Wasser nach Tárraco, und heute kann man es oben überqueren, in einer grünen Umgebung, perfekt für einen kurzen Spaziergang.
In der Umgebung verstreut liegen weitere römische Überreste, etwa die Villa und das Mausoleum von Centcelles oder der Steinbruch von El Mèdol, aus dem ein Großteil des Stadtsteins stammt. Einzelteile desselben zweitausend Jahre alten Puzzles.
- Der Pont del Diable: Das römische Aquädukt mit zwei Bogenreihen; man überquert es oben zu Fuß.
- Centcelles: Eine römische Villa mit einer Kuppel aus frühchristlichen Mosaiken, in Constantí.
- Der Steinbruch El Mèdol: Woher der Stein von Tárraco kam; eine Felsnadel markiert das ursprüngliche Niveau.
Tipp: Der Pont del Diable liegt am Stadtrand: mit dem Auto oder Stadtbus in wenigen Minuten erreichbar.
Castells, Santa Tecla und Fortbewegung
Tarragona ist Castell-Land, Heimat der Menschentürme, die zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit zählen. Triffst du auf eine Vorführung, siehst du die Colles mehrstöckige Türme unter dem Jubel des Platzes errichten; die große Bühne ist der Concurs de Castells, alle zwei Jahre.
Das große Fest ist die Santa Tecla, Ende September: Tage voller Castells, Riesen, Feuer und festlicher Fabelwesen durch die Straßen. Die Altstadt lässt sich zu Fuß erkunden, und die Stadt ist per Zug gut mit Barcelona verbunden (gut eine Stunde) sowie per Hochgeschwindigkeitszug über den Bahnhof Camp de Tarragona.
- Die Castells: Menschentürme jahrhundertealter Tradition; such sie bei Festen und beim zweijährlichen Concurs.
- Santa Tecla: Das große Fest, Ende September: Castells, Riesen und Feuer.
- Anreise und Fortbewegung: Zug ab Barcelona (~1h15); die Altstadt sieht man am besten zu Fuß.
Tipp: Wenn du die Daten wählen kannst, ist die Santa Tecla (September) die beste Zeit, die Stadt in vollem Trubel zu erleben.
Erkunde Tarragona in deinem eigenen Tempo
Mit einem selbstgeführten Audioguide erkundest du das Amphitheater, den Zirkus, die Mauern oder die Part Alta, wann du willst und in deinem eigenen Tempo, mit den Erläuterungen eines lokalen Guides im Ohr. Du kaufst ihn einmal und hörst ihn in der App, wann es dir passt, ohne von Zeitplänen oder Gruppen abhängig zu sein.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Tarragona?+
Ein ganzer Tag reicht für das Wesentliche: das Amphitheater, der Zirkus und der Pretori, die Mauern und die Part Alta mit der Kathedrale. Mit zwei Tagen kommen der Pont del Diable, das Fischerviertel Serrallo und ein Strand in Ruhe hinzu.
Kann man Tarragona als Tagesausflug von Barcelona besuchen?+
Ja, es ist einer der besten Tagesausflüge von Barcelona: der Zug braucht gut eine Stunde und das römische Ensemble lässt sich an einem Tag zu Fuß erkunden. Um es in Ruhe zu genießen, bleibt man besser eine Nacht.
Was sind die Highlights von Tarragona?+
Das römische Amphitheater am Meer, der Zirkus und die Torre del Pretori, die Mauern und der Passeig Arqueològic, die Kathedrale in der Part Alta und, am Stadtrand, das Aquädukt Pont del Diable.
Lohnt sich das Kombiticket für die römischen Monumente?+
Wenn du mehrere sehen willst (Amphitheater, Zirkus, Pretori, Forum, Mauern), ist das Kombiticket des archäologischen Ensembles günstiger als jedes Monument einzeln zu bezahlen.
Wann findet das Fest Santa Tecla statt?+
Ende September, um den 23. herum. Es sind mehrere Tage voller Castells, Riesen, Feuer und Veranstaltungen in der ganzen Stadt; die lebhafteste Zeit des Jahres für einen Besuch.



